Mart van Schijndel
Mart van Schijndel – Architekt und Produktdesigner
Mart van Schijndel (1943) war einer der wenigen niederländischen Architekten, die den Postmodernismus frühzeitig und ohne Vorbehalte aufgriffen. Ein sichtbares Beispiel dafür ist die Fassade des LOKV in Utrecht (Nationales Unterstützungsinstitut für künstlerische Bildung, Ganzenmarkt 6), an der er gebrochene Säulen und rustikale Motive einsetzte. Der Postmodernismus bot Van Schijndel ein breites Repertoire an Formen, Typologien und Materialien, mit dem er sich bewusst von den Beschränkungen der Moderne distanzierte.
Gleichzeitig blieb er stark an technischer Innovation und industrieller Produktion interessiert. In seiner Arbeit verband er diesen rationalen Ansatz mit der Ausdruckskraft des Postmodernismus. Licht und Raum nutzte er dabei als aktive Gestaltungselemente. Sein eigenes Wohnhaus am Pieterskerkhof in Utrecht, das 1995 mit dem Rietveld-Preis ausgezeichnet wurde, gilt als Schlüsselwerk seines Œuvres. 1999 wurde das Gebäude als jüngstes Denkmal in die Denkmalliste der Stadt Utrecht aufgenommen.
Van Schijndel schloss 1967 sein Studium an der Gerrit Rietveld Academie ab, wo er als Möbeldesigner sowie als Hochbau- und Innenarchitekt ausgebildet wurde. Ein Jahr später gründete er sein eigenes Architekturbüro in Utrecht. Er arbeitete überwiegend für private Auftraggeber und kulturelle Institutionen und entwarf für viele Projekte auch die Innenräume, das Mobiliar und die Beleuchtung.
Neben seiner Entwurfstätigkeit war Van Schijndel auch in der Lehre aktiv. Er unterrichtete an verschiedenen Akademien in den Niederlanden und war fünfzehn Jahre lang an der Fachhochschule Düsseldorf tätig, wo er eine wichtige Rolle in der Ausbildung junger Architekten spielte.
Auch als Produktdesigner hinterließ Van Schijndel deutliche Spuren. Entwürfe wie die Delta-Vase und der Aluminium-Stapelstuhl Fulfil, entwickelt in Zusammenarbeit mit Lensvelt, verschafften ihm internationale Bekanntheit. Die Delta-Vase ist unter anderem Teil der ständigen Sammlungen des Museum of Modern Art in New York (MoMA), des Museums Boijmans Van Beuningen und des Kröller-Müller-Museums.
Mart van Schijndel verstarb im Alter von 56 Jahren nach kurzer Krankheit.


